Schematische Darstellung eines CPUID-Download-Hacks mit manipulierten Installer-Links für CPU-Z und HWMonitor
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CPUID-Hack: Trojanisierte CPU-Z- und HWMonitor-Downloads

CPUID wurde kompromittiert: CPU-Z, HWMonitor und PerfMonitor verteilten zeitweise Malware. Was Unternehmen jetzt prüfen und wie Sie sauber reagieren.

Mika Schmidt, IT Security Experte

Mika Schmidt

IT Security Experte

Was jetzt zuerst tun?

  1. 1

    Downloads im Zeitfenster identifizieren

    Prüfen, ob zwischen dem 9. und 10. April 2026 CPU-Z, HWMonitor, HWMonitor Pro oder PerfMonitor von cpuid.com geladen oder per In-App-Update bezogen wurden.

  2. 2

    Nach Artefakten suchen

    Nach Dateinamen wie HWiNFO_Monitor_Setup.exe, betroffenen ZIP-Archiven und CRYPTBASE.dll im Kontext der CPUID-Tools suchen.

  3. 3

    Netzwerk- und EDR-Daten prüfen

    DNS-, Proxy-, Firewall- und EDR-Daten auf bekannte Domains, Download-Pfade und Folgekommunikation prüfen.

CPUID, der Hersteller hinter CPU-Z und HWMonitor, hat bestätigt, dass seine Website kurzzeitig kompromittiert war und statt legitimer Downloads trojanisierte Dateien auslieferte. Wichtig für die Einordnung: Nach aktuellem Stand wurden nicht die eigentlichen, signierten Original-Builds manipuliert, sondern die Download-Links auf der Website.

Für Unternehmen ist das mehr als eine kuriose News aus der Hardware-Ecke. Solche Tools landen häufig auf Admin-Workstations, Entwickler-PCs, Helpdesk-Systemen oder Werkstatt-Rechnern und werden oft ad hoc von der Herstellerseite geladen. Genau deshalb ist ein Vorfall wie dieser ein klassischer Supply-Chain- beziehungsweise Watering-Hole-Fall: Wer dem offiziellen Download-Pfad vertraut hat, konnte sich trotz legitimer Quelle Malware einfangen.

Was ist passiert?

Laut CPUID wurde eine Nebenfunktion beziehungsweise Side-API kompromittiert. Dadurch zeigte die Hauptseite für einen begrenzten Zeitraum zufällig bösartige Download-Links an. Die Angaben von CPUID und Kaspersky passen gut zusammen: Kaspersky beobachtete den Austausch legitimer Download-URLs etwa von 9. April 2026, 15:00 UTC bis 10. April 2026, 10:00 UTC.

Betroffen waren nach bisherigem Stand CPU-Z 2.19, HWMonitor 1.63, HWMonitor Pro 1.57 und PerfMonitor 2.04. Die trojanisierten Pakete enthielten laut Kaspersky jeweils ein legitimes signiertes Programm und zusätzlich eine bösartige CRYPTBASE.dll, die über DLL-Sideloading den weiteren Infektionspfad startete.

Betroffene CPUID-Downloads

ProduktBeobachtete VersionWas Research dazu sagt
CPU-Z2.19Trojanisierte ZIP- oder Installer-Auslieferung über manipulierte Links.
HWMonitor1.63Auffälliger Download-Name HWiNFO_Monitor_Setup.exe wurde von Nutzern gemeldet.
HWMonitor Pro1.57Legitimes Binary plus bösartige CRYPTBASE.dll für Sideloading.
PerfMonitor2.04Ebenfalls als kompromittierte ZIP- und Setup-Variante beobachtet.

Die technische Analyse spricht für einen Angriff, der bekannte Infrastruktur und bekannte Malware-Bausteine wiederverwendete. Kaspersky sieht Überschneidungen mit einer früheren Kampagne rund um eine gefälschte FileZilla-Seite; als finale Nutzlast wurde STX RAT identifiziert.

Wer sollte jetzt die Betroffenheit prüfen?

Entscheidend ist weniger, ob Ihr Unternehmen generell CPU-Z oder HWMonitor einsetzt, sondern ob Downloads oder Updates im betroffenen Zeitfenster stattgefunden haben. Das gilt besonders für Systeme, die nicht sauber zentral gemanagt werden:

Betroffenheit priorisieren

  • Admin- und Helpdesk-Rechner, auf denen Hardwarediagnose-Tools schnell nachgeladen werden.
  • Werkstatt-, Imaging- oder Refurbishment-Systeme, auf denen solche Utilities häufig Standard sind.
  • Entwickler- oder Power-User-Endpoints, die Tools direkt von Herstellerseiten beziehen.
  • Einzelsysteme außerhalb des Softwareverteilungsprozesses, die in vielen Organisationen leicht übersehen werden.

Kaspersky berichtet von mehr als 150 beobachteten Opfern, überwiegend Privatnutzer, aber auch Organisationen aus mehreren Branchen. Die geographische Häufung lag zwar bei Brasilien, Russland und China, daraus folgt aber keine Entwarnung für andere Regionen: Wer in dem Zeitfenster den manipulierten Pfad getroffen hat, kann betroffen sein.

IOCs und schnelle Checks für die ersten 30 Minuten

Für einen ersten Hunt reichen oft schon Dateinamen, DNS-/Proxy-Treffer und Dateisystemspuren. Kaspersky nennt unter anderem die Domains cahayailmukreatif.web[.]id, pub-45c2577dbd174292a02137c18e7b1b5a.r2[.]dev, transitopalermo[.]com, vatrobran[.]hr sowie Folgekommunikation zu welcome.supp0v3[.]com.

IOC-Ansatz

KategorieBeispieleWarum relevant
DateinamenHWiNFO_Monitor_Setup.exe, cpu-z_2.19-en.zip, hwmonitor_1.63.zip, PerfMonitor2_Setup.exeSchneller Suchansatz für Downloads, Temp-Verzeichnisse und Quarantäne-Fälle.
DLL-ArtefaktCRYPTBASE.dll im Umfeld der CPUID-ToolsHinweis auf DLL-Sideloading statt auf reinen Binary-Tausch.
Netzwerkpub-45c2577dbd174292a02137c18e7b1b5a.r2[.]dev, welcome.supp0v3[.]comGeeignet für DNS-, Proxy-, EDR- und Firewall-Hunts.
powershell
# Quick Check für Downloads und DLL-Artefakte auf einem Windows-Host
# Für Massenprüfungen über EDR/SIEM/Softwareverteilung ausrollen.

$roots = @(
  "$env:USERPROFILE\Downloads",
  "$env:TEMP",
  "$env:LOCALAPPDATA\Temp"
)

$patterns = @(
  "HWiNFO_Monitor_Setup.exe",
  "cpu-z_2.19-en.zip",
  "hwmonitor_1.63.zip",
  "HWMonitorPro_1.57_Setup.exe",
  "PerfMonitor2_Setup.exe",
  "CRYPTBASE.dll"
)

Get-ChildItem -Path $roots -Recurse -Force -ErrorAction SilentlyContinue |
  Where-Object { -not $_.PSIsContainer -and $patterns -contains $_.Name } |
  Select-Object FullName, Name, Length, LastWriteTime |
  Sort-Object LastWriteTime -Descending
Quick Check für Downloads und DLL-Artefakte auf einem Windows-Host. Für Massenprüfungen besser über EDR, SIEM oder Softwareverteilung ausrollen.

Dieser Check ersetzt keine Forensik, gibt aber schnell ein erstes Bild. Wenn Treffer auftauchen, sollten Sie den Host nicht nur neu herunterladen lassen, sondern beweissichernd und nachvollziehbar weiterarbeiten.

Sofortmaßnahmen: sauber reagieren, ohne Aktionismus

Der wichtigste Punkt: Nicht nur neu installieren. Wenn die trojanisierte Variante ausgeführt wurde, kann bereits ein nachgelagerter Loader oder eine RAT aktiv geworden sein. Die Reihenfolge der Maßnahmen ist deshalb wichtiger als Geschwindigkeit um jeden Preis.

Incident-Response-Reihenfolge

  1. 1

    Betroffene Hosts isolieren und nicht vorschnell bereinigen

    Auffällige Systeme risikobasiert vom Netz trennen oder Kommunikation stark einschränken. Artefakte nicht löschen, bevor Log- und Dateisicherung erfolgt ist.

  2. 2

    Dateien, Hashes und Telemetrie sichern

    Verdächtige Archive, Installer und insbesondere CRYPTBASE.dll sichern. DNS-, Proxy-, Web- und EDR-Daten für das Download-Zeitfenster ergänzen.

  3. 3

    Zugangsdaten und Sessions priorisiert rotieren

    Browser-gespeicherte Credentials, Admin-Zugänge, VPN-Sessions, Passwort-Manager-Logins und lokale Service-Zugänge auf betroffenen Hosts bewerten und bei Bedarf rotieren.

  4. 4

    Saubere Neuverteilung über kontrollierte Pfade

    Benötigte Tools nur noch über einen internen, kontrollierten Pfad verteilen, idealerweise mit Hash- oder Signaturprüfung.

Was Unternehmen aus dem CPUID-Vorfall lernen sollten

Der wichtigste Learning ist nicht „Nie wieder CPU-Z“. Das eigentliche Problem ist strukturell: Direkte Einzel-Downloads von Herstellerseiten bleiben in vielen Unternehmen ein blinder Fleck. Gerade kleine Utilities für Diagnose, Remote-Support oder Benchmarks werden häufig außerhalb des klassischen Patch- und Softwareverteilungsprozesses genutzt.

Sinnvolle Gegenmaßnahmen sind deshalb:

  • Zentrale Softwarebereitstellung statt ad hoc Downloads durch Endnutzer oder Admins.
  • DNS- und Proxy-Logs mit ausreichender Vorhaltezeit, damit kurze Zeitfenster später noch nachvollziehbar sind.
  • Hash-, Signatur- oder Paketquellen-Validierung für besonders häufig genutzte Utilities.
  • Klare Ausnahmeregeln für Diagnose-Tools auf Admin-Workstations und Werkstattrechnern.

FAQ zum CPUID-Hack und zu trojanisierten CPU-Z-Downloads

Welche CPUID-Produkte waren betroffen?
Nach aktuellem Stand betraf der Vorfall CPU-Z 2.19, HWMonitor 1.63, HWMonitor Pro 1.57 und PerfMonitor 2.04. Die trojanisierten Downloads wurden sowohl als Installer als auch teilweise als ZIP-Archive beobachtet.
Waren die Original-Binaries von CPUID kompromittiert?
CPUID sagt, dass die signierten Original-Dateien nicht kompromittiert waren. Das Problem lag nach bisherigem Kenntnisstand in manipulierten Download-Links auf der Website, die zeitweise auf bösartige Dateien zeigten.
Reicht es, die Software jetzt einfach neu herunterzuladen?
Nein. Wenn ein Host die trojanisierte Variante während des betroffenen Zeitfensters geladen oder ausgeführt hat, sollten Sie den Host als potenziell kompromittiert behandeln: isolieren, Artefakte sichern, Zugangsdaten rotieren und Telemetrie prüfen.
Worauf sollte ich in Logs und auf Systemen achten?
Achten Sie auf Downloads mit ungewöhnlichen Dateinamen wie HWiNFO_Monitor_Setup.exe, auf CRYPTBASE.dll im Kontext der CPUID-Tools sowie auf DNS- oder Proxy-Treffer für die in Research-Artikeln genannten bösartigen Domains.

Themen

CPUIDCPU-ZHWMonitorPerfMonitorSupply-Chain-AngriffMalwareIncident ResponseWindows Security

Quellen & weiterführende Links

  1. SecurityWeek: CPUID Hacked to Serve Trojanized CPU-Z and HWMonitor DownloadsSecurityWeek, April 2026
  2. Cybernews: CPUID website hackedCybernews, 10. April 2026
  3. BleepingComputer: CPUID hacked to deliver malware via CPU-Z, HWMonitor downloadsBleepingComputer, 10. April 2026
  4. Kaspersky Securelist: CPU-Z / HWMonitor watering hole infectionKaspersky Securelist, 10. April 2026