IT-Sicherheitsrisiken zu Weihnachten & Neujahr: So schützen Sie Ihr Unternehmen
Stand: 22. Dezember 2025 – zuletzt aktualisiert
Die Weihnachtszeit und der Jahreswechsel gelten in vielen Unternehmen als ruhige Phase. Weniger Meetings, reduzierte Betriebszeiten, Urlaubsvertretungen.
Aus Sicht der IT-Sicherheit ist jedoch genau diese Zeit eine der kritischsten Phasen des Jahres.
Cyberangreifer wissen: Wenn weniger Mitarbeitende verfügbar sind und Reaktionszeiten länger werden, steigen ihre Erfolgschancen deutlich. Sicherheitsvorfälle bleiben länger unentdeckt – mit teils erheblichen Folgen.
Dieser Artikel zeigt, welche IT-Sicherheitsrisiken in der Weihnachtszeit besonders relevant sind und wie sich Unternehmen pragmatisch darauf vorbereiten können. In der Praxis sehen wir rund um die Feiertage besonders häufig Phishing-Kampagnen und Ransomware-Angriffe, die erst nach Tagen entdeckt werden.
Wenn Sie Ihre IT-Sicherheit vor den Feiertagen prüfen möchten, empfehlen wir einen IT-Security Check oder eine Projektbegleitung für Incident Response .
Kurz erklärt
Die Weihnachtszeit ist für Cyberangreifer besonders attraktiv, weil reduzierte Personalstärke und längere Reaktionszeiten ihre Erfolgschancen erhöhen. Phishing-Kampagnen mit Feiertagsbezug und Ransomware-Angriffe während der Betriebsruhe sind typische Bedrohungen.
- Wenn Sie kritische Systeme betreiben: als kritisch behandeln und Notfallpläne vor den Feiertagen prüfen.
- Wenn Sie Urlaubsvertretungen haben: klare Eskalationswege und Zuständigkeiten dokumentieren.
TL;DR – die wichtigsten Schritte
- Monitoring aktiv überwachen: auch während der Feiertage zentrales Monitoring sicherstellen
- Vertretungsregelungen klären: Zuständigkeiten und Eskalationswege dokumentieren
- Backups testen: aktuelle, getestete Backups (idealerweise offline oder immutable)
- Zugänge bereinigen: nicht benötigte Benutzerkonten und temporäre Zugänge deaktivieren
- Mitarbeitende sensibilisieren: kurze Erinnerung zu Phishing und verdächtigen Mails
Warum Feiertage ein erhöhtes IT-Sicherheitsrisiko darstellen
Reduzierte Personalstärke und Urlaubsvertretungen
Zwischen Weihnachten und Neujahr sind viele Schlüsselpersonen nicht erreichbar. IT-Administratoren, Security-Verantwortliche oder Entscheider befinden sich im Urlaub, Vertretungen sind oft nur eingeschränkt eingearbeitet.
Das führt dazu, dass:
- Warnmeldungen langsamer bewertet werden
- Entscheidungen verzögert getroffen werden
- Unsicherheit entsteht, wer im Ernstfall zuständig ist
Längere Reaktionszeiten bei Sicherheitsvorfällen: Ein Sicherheitsvorfall, der an einem normalen Arbeitstag innerhalb von Stunden erkannt und eingedämmt wird, kann über die Feiertage mehrere Tage unentdeckt bleiben.
Diese Zeit nutzen Angreifer gezielt aus, um:
- sich weiter im Netzwerk auszubreiten
- Daten abzugreifen
- Schadsoftware vorzubereiten
Geringere Aufmerksamkeit für Alarme und Warnmeldungen
Monitoring-Systeme laufen weiter – doch niemand schaut regelmäßig hin. Alarme landen in Postfächern, die während der Feiertage nicht aktiv überwacht werden. Genau hier entsteht ein gefährliches Zeitfenster.
Typische IT-Security-Gefahren in der Weihnachtszeit
Phishing-Kampagnen mit Weihnachts- und Neujahrsbezug
Phishing-Mails sind rund um die Feiertage besonders effektiv. Typische Inhalte:
- angebliche Paketbenachrichtigungen
- letzte Rechnungen vor Jahresabschluss
- kurzfristige Zahlungsfreigaben
- Weihnachtsaktionen oder Boni
Durch Urlaubsvertretungen und Zeitdruck sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass verdächtige Mails hinterfragt werden.
Ransomware-Angriffe während Betriebsruhe
Ein klassisches Angriffsmuster:
- Erstzugang kurz vor Weihnachten
- Unauffällige Bewegung im Netzwerk
- Verschlüsselung zwischen den Feiertagen
- Erpressung direkt nach Neujahr
Die späte Entdeckung erhöht den Schaden erheblich – sowohl finanziell als auch organisatorisch.
Unentdeckte Sicherheitsvorfälle über mehrere Tage
Ein Sicherheitsvorfall am 24. Dezember, entdeckt am 2. Januar, bedeutet:
- über eine Woche unkontrollierter Zugriff
- potenzieller Datenabfluss
- deutlich höhere Kosten für Forensik und Wiederherstellung
Missbrauch veralteter Systeme und offener Zugänge
Vor den Feiertagen bleiben häufig:
- temporäre Zugänge aktiv
- nicht benötigte VPN-Accounts offen
- Systeme ungepatcht
Diese „kleinen Ausnahmen" sind für Angreifer ideale Einstiegspunkte.
Warum Angreifer gezielt Weihnachten und Neujahr ausnutzen
Geringes Entdeckungsrisiko
Je weniger Personal aktiv ist, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Angriff sofort auffällt. Für Angreifer ist das kalkulierbar.
Höherer wirtschaftlicher Druck nach den Feiertagen
Unternehmen wollen nach dem Jahreswechsel schnell wieder arbeitsfähig sein. Dieser Druck wird gezielt ausgenutzt – insbesondere bei Ransomware-Erpressungen.
Erhöhte Zahlungsbereitschaft
Wenn der Betrieb stillsteht und Schlüsselpersonen erst verspätet reagieren können, steigt die Bereitschaft, Forderungen schnell zu begleichen, um Schaden zu begrenzen.
Konkrete Maßnahmen zur Risikominimierung vor den Feiertagen
Technische Vorbereitung
- Zentrales Monitoring aktiv überwachen (auch während der Feiertage)
- Multi-Faktor-Authentifizierung für kritische Zugänge
- Aktuelle, getestete Backups (idealerweise offline oder immutable)
- Deaktivierung nicht benötigter Benutzerkonten und Zugänge
Organisatorische Maßnahmen
- Klare Vertretungsregelungen für IT & Management
- Dokumentierte Eskalationswege
- Definierte Reaktionszeiten auch außerhalb der Kernarbeitszeit
Notfallpläne und Eskalationswege
Ein kurzer, klarer Incident-Response-Plan reicht oft aus:
- Wen kontaktieren wir zuerst?
- Wer trifft Entscheidungen?
- Welche Systeme haben Priorität?
Awareness der Mitarbeitenden
Eine kurze Erinnerung vor den Feiertagen kann viel bewirken:
- Sensibilisierung für Phishing
- Klare Regel: lieber einmal mehr nachfragen
- Hinweise auf verdächtige Mails und ungewöhnliche Anfragen
Häufige Fragen (FAQ)
Warum sind Cyberangriffe über Weihnachten besonders gefährlich?
Während der Feiertage sind weniger Mitarbeitende verfügbar und Reaktionszeiten verlängern sich, wodurch Angriffe oft später entdeckt werden. In der Praxis sehen wir, dass Sicherheitsvorfälle, die kurz vor Weihnachten beginnen, häufig erst nach dem Jahreswechsel auffallen – dann ist der Schaden bereits erheblich.
Welche Angriffe sind in der Weihnachtszeit besonders häufig?
Phishing-Kampagnen mit Weihnachtsbezug sowie Ransomware-Angriffe während der Betriebsruhe treten in dieser Zeit besonders häufig auf. Typische Beispiele sind gefälschte Paketbenachrichtigungen, Rechnungen vor Jahresabschluss oder Weihnachtsaktionen, die auf verdächtige Links oder Anhänge verweisen.
Wie können sich Unternehmen vor den Feiertagen absichern?
Durch aktives Monitoring, klare Vertretungsregelungen, getestete Backups und eine kurze Sensibilisierung der Mitarbeitenden. Ein pragmatischer Ansatz: Fokus auf die kritischsten Systeme, klare Eskalationswege dokumentieren und sicherstellen, dass auch während der Feiertage jemand für Notfälle erreichbar ist.
Fazit: Vorbereitung ist der beste Schutz
Die Weihnachtszeit ist kein sicherheitsfreier Raum – im Gegenteil. Unternehmen, die sich bewusst und pragmatisch vorbereiten, reduzieren ihr Risiko erheblich.
Schon wenige Maßnahmen können entscheiden, ob ein Sicherheitsvorfall rechtzeitig erkannt oder erst nach Tagen entdeckt wird. Gerade vor den Feiertagen lohnt sich ein kritischer Blick auf die eigene IT-Sicherheitslage.
Praxisbeobachtung: In Kundenprojekten sehen wir regelmäßig, dass Unternehmen mit klaren Notfallplänen und aktivem Monitoring während der Feiertage deutlich schneller auf Vorfälle reagieren können. Die Investition in Vorbereitung zahlt sich aus – besonders in kritischen Situationen.
Stand: 22.12.2025
Dieser Artikel wird bei neuen Entwicklungen aktualisiert. Für aktuelle Informationen prüfen Sie bitte die offiziellen Quellen.
Verwandte Artikel & weiterführende Ressourcen
Wenn Sie Ihre IT-Sicherheit vor den Feiertagen prüfen möchten, empfehlen wir Ihnen:
- IT-Security-Grundlagen für kleine Unternehmen – Basiswissen für Security-Strategien
- IT-Security Check – Schnelle Betroffenheitsprüfung für Ihr Unternehmen
- Projektbegleitung – Unterstützung bei Incident Response und Notfallplanung
Weitere Security-News und Fachartikel finden Sie im Blog-Archiv .
IT-Sicherheitscheck vor den Feiertagen durchführen
Lassen Sie Ihre Systeme, Zugänge und Notfallprozesse prüfen – bevor Angreifer die ruhige Zeit ausnutzen.
Sie möchten diese Schritte auf Ihr Unternehmen übertragen?
In einem kurzen Gespräch klären wir, welche Maßnahmen für Sie konkret sinnvoll sind – ohne Over-Engineering.